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Chancen auf Bundesligastart fast schon verspielt
Chemnitzer Schüler verlieren gegen Kassel 1:5 - Fernziel: Mit jeder Nachwuchsklasse in Eliteliga am Start 1:5 untergegangen, den Aufstieg in die Bundesliga beinahe schon verspielt: Für die Schülermannschaft des ERV Chemnitz verlief das Playoff-Hinspiel in der Eissporthalle am Küchwald gegen die „Young Huskies" aus Kassel alles andere als wunschgemäß.
Umso bemerkenswerter, dass zumindest Trainer Torsten Buschmann nach Abpfiff der hitzigen Partie relativ gelassen blieb. „Die Schuss-Statistik war zu unseren Gunsten. Wir sind letztendlich an der Chancenverwertung gescheitert", merkte der 34-Jährige an. „Spielerisch gut dabei" Für das Rückspiel am kommenden Samstag in Kassel rechnet sich Buschmann trotz der denkbar schlechten Ausgangslage einiges aus. „Wir können immer noch weiterkommen, denn spielerisch waren wir gut dabei", versprühte er bewusst Optimismus. Würde den Nachwuchs-Puckjägern der Wild Boys der Aufstiegs-Coup tatsächlich noch gelingen, wäre dies ein ASS mehr im Ärmel eines Vereins, der ohnehin schon eine erstaunliche Nachwuchsarbeit betreibt. Schließlich sind neben den Schülern (Altersklasse bis 14 Jahre) auch die Kleinschüler (bis 10 Jahre) in der ostdeutschen Meisterschaft ganz vorn dabei. Die Knaben (bis 12 Jahre) sind in ihrer Liga nach 13 Spieltagen sogar ungeschlagener Tabellenführer - und das in einer Staffel mit Nachwuchsteams der Berliner Eisbären, der Füchse aus Weißwasser sowie des ETC Crimmitschau. Doch Buschmann denkt schon weiter: „Unser Ziel ist, irgendwann mit jeder Nachwuchsklasse in der Bundesliga vertreten zu sein", kündigt der sportliche Leiter an. Ihm zufolge müssten dafür allerdings sämtliche sächsischen Eishockeyvereine im Jugendbereich an einem Strang ziehen. Zusammenarbeit mit Schönheide Selbst habe man mit dem EHV Schönheide bereits 2003 einen gemeinsamen Nachwuchsspieler-Pool gegründet. Buschmann: „Solch ein Netzwerk wollen wir im ganzen Freistaat etablieren. Dann könnten die besten sächsischen Nachwuchsspieler in jeder Altersklasse gemeinsam eine schlagkräftige Bundesliga-Mannschaft formieren." Zentrum des Netzwerkes soll Chemnitz sein, dank der landesweit einmaligen Verknüpfung zwischen schulischer und sportlicher Ausbildung. Seit 2006 sei Eishockey sowohl am hiesigen Sportgymnasium als auch an der Sportmittelschule Schwerpunktsportart. Gegenwärtig, so Buschmann, lernen 23 Kufenflitzer an den beiden Eliteschulen des Sports. Mit Phillip Seifert wurde einer, der gegen Kassel als Verteidiger auf dem Eis stand, sogar schon für den Lehrgang der U16-Nationalmann-schaft im bayrischen Füssen nominiert. Bei ihm gilt freilich der alte Spruch, dass man das- Gute nicht zwangsläufig in der Ferne suchen muss. „Ich bin gleich um die Ecke des Eisstadions aufgewachsen und wohne immer noch dort", berichtete der 14-Jährige, der genau wie sein Trainer noch an das Weiterkommen gegen Kassel glaubt. Jürgen Werner, Freie Presse |